Hausratversicherung – wieviel muss ich versichern?

Auch bei einem Totalschaden in der Hausratversicherung erhält man niemals mehr zurück als man vorher für seinen Hausrat ausgegeben hatte.
Dies ist im Zweifel durch Quittungen, Fotos oder Augenzeugen dem Versicherer nachzuweisen.
Damit man jedoch dann auch 100% der Wiederbeschaffungskosten ersetzt bekommt, muss in der Police auch eine genügend hohe Versicherungssumme gewählt worden sein.

Die pauschale Versicherungssumme

Da es sehr mühsam und aufwändig ist eine komplette Liste seiner Sachen anzufertigen und man sich ohnehin im Laufe der Zeit stetig verändert, was den Hausrat angeht, lässt sich die Versicherungssumme pauschal ermitteln.
Je nach Versicherer wird hierbei einfach angenommen, dass je QM-Wohnfläche eine Summe von 600-700 Euro an Hausrat zu versichern ist.
Wer genau diese Summe wählt erhält damit zumindest den *Unterversicherungsverzicht, was bedeutet, dass bei Teilschäden immer davon ausgegangen wird, dass man nicht unterversichert war.

Dazu ein Beispiel: Bei einer 40qm Wohnung wären laut eines Versicherers 26000 Euro zu versichern (650,- pro qm), damit der Unterversicherungsverzicht gilt. Wenn nun ein Schaden von 2600 Euro passiert wird der Versicherer nicht durch eine komplette Sachliste prüfen, ob der ganze Hausrat nicht tatsächlich teurer als 26.000 Euro war. Man erhält also den Schaden von 2600 Euro im Normalfall zu 100% ersetzt. Jedoch sind auch für diese zerstörten Sachen Belege bzw. Nachweise zu erbringen, dass man 1. tatsächlich im Besitz dieser Sachen war, bzw. der Wiederbeschaffungs- bzw. Anschaffungspreis auch richtig angegeben wurde.
Kann man diese Nachweise nicht im Einzelnen erbringen ist es abhängig vom Sachbearbeiter des Versicherers, ob der angegebene Schaden glaubwürdig ist.

Die meisten unterschätzen den Wert ihres Hausrats

Was tun, wenn der Hausrat viel günstiger oder teurer ist

Besitzt man deutlich mehr Hausrat als der Durchschnitt oder beispielsweise als Student auch deutlich weniger, kann es sinnvoll sein tatsächliche eine komplette Liste von seinem Hausrat mit Anschaffungspreisen anzulegen.
In dem Fall könnte man dann das Risiko eingehen, eine geringere Versicherungssumme zu wählen, was natürlich den Beitrag deutlich niedriger macht. Im Schadenfall muss man dann jedoch jedes Mal glaubhaft nachweisen, dass diese Liste tatsächlich vollständig war. Man müsste sie also regelmäßig alle paar Monate erneuern und liefe immer Gefahr, dass der Versicherer, sollte der der Liste keinen Glauben schenken bei Teilschäden nur einen Anteil des Schadens ersetzt.

Sofern man deutlich mehr besitzt, kann man natürlich auch eine höhere Versicherungssumme wählen, was natürlich auch teurer ist. Auch hier sollte man von den teuersten Dingen für den Schadenfall Belege und Quittungen oder Fotos aufbewahren.

Man muss immer davon ausgehen, dass man sich im Schadenfall ja die zerstörten Dinge neu als zum dann gültigen Anschaffungspreis (dem Wiederbeschaffungspreis) kaufen müsste. Daher macht es auch keinen Sinn eine niedrigere Versicherungssumme zu wählen.

Liste des Hausrats

Das Anfertigen einer ungefähren Liste aller Dinge, die man in seinem Haus oder seiner Wohnung besitzt macht auch Sinn, wenn man der Einfachheit halber die pauschale Versicherungssumme wählt (sehr zu empfehlen). Zum Einen wundert sich so manchen, dass er vielleicht mehr besitzt als er gedacht hat, zum anderen hilft eine solche Liste auch im Schadenfall als Nachweis über die versicherten Sachen (am besten mit zusätzlichen Fotos oder Kaufbelegen, wenn möglich).
Gleichzeitig zeigt eine solche Liste aber auch auf, wie schwierig es ist überhaupt sein ganzes Hab und Gut aufzulisten, eine Vollständigkeit ist nahezu unmöglich.
Aus diesem Grund sollte eine niedrigere als die pauschal ermittelte Versicherungssumme für den Unterversicherungsverzicht nur im absoluten Ausnahmefall gewählt werden. Der Aufwand der Erstellung und Pflege ist oft höher als der Mehrbeitrag für die höhere Versicherungssumme.

Hinweis: Die gezeigte Hausrat- Liste ist nur ein Beispiel und wahrscheinlich sehr unvollständig.

Nachweise sicher aufbewahren

Da es beispielsweise bei einem Brand oder Wasserschaden passieren kann, dass Belege verloren gehen, wäre es immer klug seine Nachweise sicher, z.B. eine Kopie bei Freunden oder noch besser digital auf dem Arbeitsplatz oder in einer Cloud online abzulegen. So hat man dann auch bei einem Totalschaden Zugriff auf diese Belege und die wenigsten Probleme mit dem Versicherer.

Wir beraten Sie gern!

Daniel Steinberger

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