Boom bei Elementarschadenversicherungen

Die deutschen Wohngebäudeversicherer verzeichneten im Frühsommer 2016 eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Elementarschadenversicherungen. Seit dem Jahr 2002 stieg die Zahl der Hausbesitzer, die sich auch gegen die finanziellen Verluste durch Elementarschäden absichern wollten, von 19 auf 40 Prozent, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV).

Wasserschäden können teuer werden

Wetter beeinflusst Versicherungslaune der Hausbesitzer

Immer wieder würden schwere Unwetter dazu führen, dass es zu einem erneuten Anstieg der Vertragsabschlüsse in diesem Segment käme, so der Versicherer Janitos. Die HUK Coburg, einer der größten Anbieter für Wohngebäudepolicen, verzeichnete in den letzten vier Jahren einen Anstieg der Vertragsabschlüsse um 40 Prozent. Die DEVK legte im Juni im gesamten Wohngebäudegeschäft gar um 47 Prozent zu. Diese Tendenz ist, vor dem Hintergrund der jüngsten Unwetter und den finanziellen Folgen für die Betroffenen, positiv zu bewerten. In den Jahren von 1980 bis 1989 gab es in Deutschland einen einzigen Fall mit Schäden über 300 Millionen US-$. Im laufenden Jahrzehnt gab es bereits fünf solcher Schäden in dieser Größenordnung, so der Rückversicherer Munich Re. Die Vorkommnisse lagen in den Jahren 2011, 2013, 2014, 2015 und 2016.

Das hat der Regen gekostet

Betrachtet man einmal die Schäden, welche durch Starkregen entstanden sind, zeichnet sich folgendes Bild:

  • 2008: Tief Zsuzsanna, Schäden 55 Millionen Euro
  • 2008: Tief Hilal, Schäden 100 Millionen Euro
  • 2009: Tief Rainer, Schäden 85 Millionen Euro
  • 2013: Tief Norbert, Schäden 140 Millionen Euro
  • 2014: Tief Quintia, Schäden 200 Millionen Euro

Längst erleben unsere Breitengrade keine lauen Sommerregen mehr, sondern massive Unwetter, die Menschen um ihre Existenz bringen. Der Vorschlag der bayerischen Landesregierung, eine Elementarschadenversicherung in die Liste der Pflichtversicherungen aufzunehmen, konnte bis jetzt nicht realisiert werden. Auf der anderen Seite argumentieren die Münchner, dass es, da die private Absicherung möglich sei, nicht Sache des Staates sein könne, nach einem Unwetter die Geschädigten zu unterstützen. Allerdings müssten auch die Versicherer dazu übergehen, sich nicht länger die Rosinen herauszupicken und ganze Regionen als eigentlich „unversicherbare“ Risiken einzustufen und mit exorbitanten Prämien zu kalkulieren.

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Daniel Steinberger

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