Die Hausratversicherung – kontinuierliche Überprüfung notwendig

So, wie Autobauer neue Modellreihen mit kontinuierlichen Veränderungen und Verbesserungen auf den Markt bringen, ändern sich auch die Versicherungsbedingungen immer wieder. Grundsätzlich leistet die Hausratversicherung bei Schäden durch

Feuer und Blitz
Sturm ab Windstärke acht
Einbruchdiebstahl und Vandalismus
Leitungswasser

Quelle: GdV und www.pfefferminzia.de

In der Regel schließen Verbraucher ihre Hausratversicherung in jungen Jahren ab, der Vertrag ruht dann in der Schublade, sofern kein Schaden eintritt. Schlecht ist es aber, wenn die Police vor 20 Jahren gezeichnet wurde und dann ein Schaden eintritt. Dazu ein Beispiel:

Die Versicherungssumme betrug seinerzeit 40.000 Euro, der Vertrag datierte aus dem Jahr 2001. Nach zwei Umzügen wurde zwar die Adresse geändert, die Vergrößerung der Wohnung und die daraus resultierende höhere Versicherungssumme blieben unberücksichtigt.

Grobe Fahrlässigkeit

Der Versicherungsnehmer erhitzt Öl in der Pfanne, geht auf die Toilette. Bis er zurückkam, hatte sich das Öl so erhitzt, dass es brannte, die Flammen auf die Küche übergriffen und ein Schaden von 60.000 Euro entstand. Da grobe Fahrlässigkeit als Schadensursache erst bei Verträgen ab dem Jahr 2008 mitversichert ist, war der Versicherer nicht in der Leistungspflicht. Wer Öl auf dem Herd erhitzt und den Raum verlässt, handelt grob fahrlässig. Der Versicherungsnehmer blieb in diesem Fall auf den Kosten sitzen.
Einige Versicherer maximieren jedoch die Leistung bei grober Fahrlässigkeit auf einen bestimmten Betrag oder Prozentsatz. Diese Policen sind im Zweifelsfall wenig hilfreich. Versicherungsnehmer sollten darauf achten, dass der Vertrag auch bei grober Fahrlässigkeit eine Leistung in voller Höhe vorsieht.

Unterversicherung

Die Versicherungssumme betrug 40.000 Euro, der Hausrat hatte einen Wert von 80.000 Euro, der Schaden belief sich auf 60.000 Euro. Auch ein Leistungseinschluss bei grober Fahrlässigkeit hätte nur einen Teil der Leistung bedingt. Der Versicherungsnehmer hat einen Anspruch auf 30.000 Euro Schadensersatz, da nur die Hälfte des tatsächlichen Wertes versichert war.
Dieser Sachverhalt greift auch, wenn der Schaden geringer als die ursprüngliche Versicherungssumme ausfällt. Hätte der Schaden in diesem Fall 20.000 Euro betragen, wäre der Anspruch mit 10.000 Euro abgegolten gewesen.

Am einfachsten lässt sich das Risiko der Unterversicherung vermeiden, wenn zur Wertermittlung auf die Quadratmeterpauschale zurückgegriffen wird. Diese bedingt automatisch einen Unterversicherungsverzicht.

Wertsachen

Unterversicherung kann auch in Zusammenhang mit Wertsachen auftreten. Diese sind nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme automatisch beitragsfrei mitversichert. Die Entschädigungsgrenze kann allerdings gegen einen Beitragszuschlag erhöht werden.
Während es die Quadratmeterregelung überflüssig macht, jedes Gut aufzuführen, macht es bei Wertsachen Sinn, den Wert zu ermitteln, und Fotos anzufertigen.
Zu Wertsachen zählen unter anderem:

• Schmuck
• Teppiche
• Gobelins
• Bargeld
• Sparbücher
• Wertpapiere
• Münzen und Edelmetallbarren
• Gemälde

Die Grunderstattungshöhe für Bargeld, Sparbücher und Wertpapiere variiert von Versicherer zu Versicherer.
Eine Dokumentation des versicherten Hausrats empfiehlt sich auch, wenn es sich um besonders hochwertige Gebrauchsgegenstände, beispielsweise Kameraausrüstungen oder Stereoanlagen, handelt.

Fahrräder

Analog zu der Absicherung von Wertsachen greift auch eine prozentuale Versicherung von Fahrrädern. In der Regel ist diese mit fünf Prozent der Versicherungssumme angesetzt und kann schrittweise erhöht werden. Reicht die Obergrenze nicht aus, sollte der Versicherungsnehmer die Grundversicherungssumme höher ansetzen.

Cyber-Risiken

Das Internet hat eine ganz eigene Risikostruktur hervorgebracht. Datenklau oder verseuchte Dateien, die einen Dritten schädigen, waren vor 25 Jahren noch eher unbekannt. Die Versicherungsbranche beschäftigt sich aktuell damit, diese Risiken in die Hausratbedingungen einzubinden.

Elementarschäden

Die Bilder aus dem Oderbruch oder Baden-Württemberg haben viele Versicherungsnehmer noch vor Augen. Die normale Deckung der Hausratversicherung war in diesen Fällen nicht ausreichend. Schäden durch

• Überschwemmung
• Schneelawinen
• Schneedruck
• Schlammlawinen
• Erdbeben

sind nur bei Einschluss der Elementarschadenversicherung abgedeckt. Vor dem Hintergrund des kontinuierlichen Klimawandels sind es nicht nur Regionen wie die Elb-Auen oder der Oderbruch, die ein hohes Gefahrenpotenzial bieten. Grundwasser, welches von unten in den Garten drückt und zu einer Überschwemmung führt, kann auch in München, Stuttgart oder Frankfurt am Main auftreten.

Welche Lösung bietet sich an?

Versicherungsnehmer sind gehalten, ihre Policen auf Aktualität zu überprüfen, möchten sie nicht Gefahr laufen, nur noch einen rudimentären Versicherungsschutz zu haben. Dazu gehört die Überprüfung auf

• Die Höhe der Versicherungssumme
• Die Summe der Wertsachen
• Relation Wertsachen zu Versicherungssumme
• Überprüfung der Versicherungssumme für Fahrräder
• Einschluss der Leistung auch bei grober Fahrlässigkeit
• Einschluss von Cyber-Risiken
• Einschluss der Elementarschadenabsicherung

Leistungsgarantie als Lösung

Nicht jeder Versicherungsnehmer möchte sich die Mühe machen und einmal jährlich überprüfen, ob es ein neues Bedingungswerk gibt und wo dieses von seiner Police abweicht. Einfacher ist es, wenn er sich gleich für eine Hausratpolice entscheidet, welche sich automatisch an Veränderungen anpasst, die sogenannte Leistungsupdate-Garantie. Damit ist er zumindest bei den Haftungsgrundlagen auf der sicheren Seite. An der zeitweiligen Überprüfung der Versicherungssumme und der Höhe der Wertsachen kommt er aber auch in diesem Fall nicht herum.

Überprüfung ist und bleibt Pflicht für den vollständigen Leistungsanspruch.

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Daniel Steinberger

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