Meldepflicht bei Gefahrenerhöhung in der Hausratversicherung – was fällt darunter?

Die Hausratversicherung bietet Schutz bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch-Diebstahl und Blitzeinschlag. Bei der Policierung eines Vertrages geht der Versicherer davon aus, dass es sich um ein „normales“ Risiko handelt. Es können aber durchaus auch Gefahren erhöhende Umstände eintreten, die der Versicherung gegenüber einer Meldepflicht unterliegen. Die wenigsten Versicherungsnehmer sind sich dessen bewusst.

Gefahrenerhöhungen wie z.B. ein Baugerüst müssen gemeldet werden.

Gefahrenerhöhung – was bedeutet das?

Unter einer Gefahrenerhöhung verstehen die Versicherer, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Schaden eintritt. Dies ist beispielsweise bei der Sanierung eines Hauses gegeben. Durch das Stellen eines Gerüstes erhöht sich das Risiko eines Einbruchs, da die Täter auch in den oberen Stockwerken leichten Zugang von außen haben. Wird ein Gerüst gestellt, muss der Versicherungsnehmer dies seiner Versicherungsgesellschaft unverzüglich mitteilen. Die Mitteilung sollte am Besten schriftlich per Mail oder Fax mit Sendebestätigung erfolgen. Sie muss auch den Zeitraum beinhalten, für den das Gerüst steht. Die Praxis hat in der Vergangenheit gezeigt, dass die Versicherungsunternehmen von einer temporären Prämienerhöhung absehen. Reagiert der Versicherer auf die Mitteilung nicht, kann der Versicherungsnehmer davon ausgehen, dass der Sachverhalt stillschweigend zur Kenntnis genommen wurde und ohne Folgen bleibt. Dennoch ist der Nachweis wichtig, dass das Unternehmen informiert wurde.

Wird eine Wohnung nur zeitweise bewohnt, als Zweitwohnung, oder steht länger als 90 Tage leer, gilt dies ebenfalls als Gefahren erhöhender Umstand. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Versicherungsschutz für die Zweitwohnung nur, wenn auch der erste Wohnsitz bei ihnen versichert ist. Häufig wird für die Zweitwohnung auch noch eine Risikoprämie von bis zu 50% mit einkalkuliert..

Das Café im Erdgeschoss – praktisch oder Risiko?

Für die Hausbewohner mag es angenehm sein, wenn im Erdgeschoss ein Café oder Restaurant eröffnet. Für die Versicherer geht damit jedoch eine Steigerung der Brandgefahr einher. Das gilt übrigens nicht nur für das selbe Haus, sondern auch im Rahmen der unmittelbaren Nachbarschaft. Neben der Feuergefahr steigt auch das Einbruchsrisiko, da ein Gastronomiebetrieb „anziehend“ wirkt. Relevant ist meist die Umgebung innerhalb von 10m vom versicherten Risikoort.

War der Sachverhalt der Gastronomie in der Nachbarschaft bei Antragstellung zur Hausratversicherung noch nicht gegeben, muss der Versicherungsnehmer diesen nachmelden, wenn er eintritt. Andernfalls verliert er unter Umständen seinen Versicherungsschutz. Einige Versicherer sind in diesem Fall noch rigider und lösen den Vertrag auf oder erheben zumindest eine Risikoprämie.
Abgesehen von den Gefahrenerhöhungen ist es sinnvoll, die Hausratpolice ab und an darauf zu überprüfen, ob sie noch den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Dabei geht es nicht um den Hausrat als solchen, die Quadratmeterberechnung schließt eine Unterversicherung aus. Es geht viel mehr um bestimmte Einschlüsse, wie Wertsachen oder Fahrräder. Möglicherweise ist ein neues Fahrrad nicht mehr ausreichend prozentual durch die Versicherungssumme abgedeckt.

 

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Daniel Steinberger

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